Jugendamt schlampt: unterlassener Hilfeleistung

Weil eine Sozialarbeiterin des Jugendamtes einem Hinweis auf Kindesmisshandlung nicht nachging, muss die Gemeinde des Landkreis Güstrow Schadensersatz zahlen. Dazu wurde sie vom Landgericht Rostock verurteilt. Das zuständige Jugendamt missachtete zwei Hinweise einer Kinderärztin auf Misshandlungen eines Mädchens, dass von seiner Mutter geschlagen, verbrüht und mit verschiedenen Reinigungsmitteln lebensgefährlich vergiftet wurde. Dadurch erlitt das Mädchen schwere und dauerhafte Verletzungen der Speiseröhre. Für das inzwischen neunjährige Kind wurde ein Rechtsvertreter benannt, der nachweisen konnte, dass der Großteil der Misshandlungen dem Kind hätte erspart werden können, wenn die Behörden rechtzeitig eingegriffen hätten. Über die Schadenssumme will das Landgericht in einer zweiten Verhandlung entscheiden. Die erwartete Summe des Schadensersatzes liegt zwischen 30.000 und 80.000 Euro.

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