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Fachkraft Mutter?

Den fehlenden Fachkräftemangel würde die Bundesregierung gern durch ältere Arbeitnehmer und Mütter ausgleichen. Dies geht aus einem neuen Entwurf des „Konzepts Fachkräftesicherung“ hervor, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Nach aktuellen Berechnungen soll bis zum Jahr 2025 die Zahl erwerbsfähiger Personen um sechseinhalb Millionen gesunken sein. Das wird sich am stärksten bei benötigten Fachkräften bemerkbar machen. „Erhebliche, auch kurzfristig zu mobilisierende Potenziale“, sieht die Regierung in den Müttern, die heute aufgrund fehlender Kinderbetreuung vom Berufsleben ausgeschlossen sind. 1,2 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte, wären nach den Statistiken der Regierung durch bessere Kinderbetreuungsangebote zu gewinnen. Als eine weitere Option nennt das Konzept Anstrengungen, die Schulabbrecherquote von Jugendlichen zu verringern. Diese liegt derzeit bei sieben Prozent. Könnte man die Zahl halbieren, würden 300.000 zusätzliche Auszubildende Fachkräfte zur Verfügung stehen. Weitere 300.000 qualifizierte Fachkräfte könnten durch eine Halbierung der Abbrüche von Auszubildenden erhalten werden. Leichter und billiger ist es allerdings für die Unternehmen, bei Bedarf Fachkräfte aus dem Ausland zu engagieren. Auch wenn die Zahlen des „Konzepts Fachkräftesicherung“ aktuell sind – neu ist das Problem und die Lösung desselben nicht. Ohne verbindliche Vorgaben der Regierung wird auch in Zukunft keine der hier vorgestellten möglichen Lösungen umgesetzt werden.

Immer mehr Kinder besuchen Betreuungseinrichtung

Noch immer steigt die Zahl der Kinder, die tagsüber einen Kindergarten besuchen, oder von Tagesmüttern betreut werden. Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern ist die Zahl der außer Haus betreuten Kleinkinder hoch. Die Auswertung des Statistischen Amtes von Mecklenburg-Vorpommern weist auch in Mecklenburg auf eine stärkere Nutzung von Betreuungseinrichtungen hin. So besuchen im März 2010 2,3 Prozent mehr Kinder bis 14 Jahre eine Betreuungseinrichtung, oder wurden von Pflegemüttern betreut, als im Jahr davor. Noch stärker ist der Anstieg der Kinder zwischen sechs und elf Jahren. Dieser betrug 4,3 Prozent, während die Zahl der betreuten Kinder unter drei Jahren immerhin noch um 3,7 Prozent wuchs. Damit sind in Mecklenburg über die Hälfte aller Kleinkinder tagsüber in einer Kita oder bei einer Tagesmutter untergebracht. Hatten noch vor wenigen Jahren viele Eltern deswegen ein schlechtes Gewissen, so hat es sich inzwischen herum gesprochen, dass es für die Entwicklung der Kinder vorteilhaft ist, wenn sie mit Gleichaltrigen zusammen kommen. Entscheidend für eine optimale Förderung in diesem Alter ist es allerdings auch, eine gute und für die jeweilige Familie passende Betreuung zu finden.

Kinderbetreuung: Plauen vorbildlich und an der Spitze

Plauen im Vogtland ist vorbildlicher Spitzenreiter bei der Unterstützung von berufstätigen Eltern. Obwohl die Krippenplatz-Garantie erst ab 2013 gültig wird, bekommen hier alle berufstätigen Eltern auf Wunsch einen Krippenplatz vermittelt. Wer selbst keinen Platz findet, der kann sich an den Rathaus-Fachgebietsleiter Lutz Schäfer wenden, der für die städtischen Kindergärten zuständig ist: „Wir haben bisher allen, die wieder Arbeiten mussten, einen Platz verschafft. Wir arbeiten daran, den Eltern bei der Anmeldung eine gewisse Sicherheit zu vermitteln.“ Und das gelingt gut. Einzige Bedingung; Eltern müssen ihren Sprössling circa ein halbes Jahr vor dem benötigten Platz anmelden. Zukünftig soll auch die Vermittlung von Tagesmüttern hinzu kommen, um auch Eltern die auf flexiblere Betreuungszeiten angewiesen sind, Hilfe bieten zu können.

Mehr Rechte für ledige Väter

Auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes im Dezember 2009, hat das deutsche Bundesverfassungsgericht jetzt reagiert und die Rechte lediger Väter gestärkt. Das gemeinsame Sorgerecht für beide Eltern kann jetzt auch gegen den Willen der Mutter durchgesetzt werden, falls das im Interesse des Kindes ist. Bisher konnte nur mit der Zustimmung der Mutter, der Vater auch das Sorgerecht ausüben. Die bisherige Sorgerechtsregelung in Deutschland, verstieß gegen das Diskriminierungsverbot. Was sich nicht geändert hat ist, dass das Sorgerecht für Nichteheliche Kinder zunächst bei der Mutter liegt. Gegen den Willen der Mutter können nur Familiengerichte entscheiden, wenn dies dem Kindeswohl entspricht.