Archiv der Kategorie: Politik

Grüne fordern mehr Geld für Bildung

Auf ihrer Veranstaltung zum 1. Mai, haben die österreichischen Grünen die Schaffung von Zukunftsjobs und die dafür notwendige Ausbildung als Hauptthema referiert. Die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, forderte für das kommende Jahr jeweils eine Milliarde Euro für Umweltschutz und Bildung. „Deine Zukunft Unser Ziel“ war auch das Grünen-Motto der diesjährigen Mai-Veranstaltung. Zu Gast war unter anderem der oberösterreichische Landessprecher und Umweltlandesrat Rudi Anschober. Er verwies auf die Erfahrungen, die in den vergangenen acht Jahren in Oberösterreich gemacht wurden. Während ihrer acht Jahre Regierungserfahrung, haben die österreichischen Grünen rund 41.000 Jobs in der Ökobranche geschaffen, bis 2015 soll die Zahl auf 50.000 gesteigert werden. Österreich bemüht sich, ein Vorreiter der ökologischen Wirtschaft zu werden. Anschober: „Die Vorreiter werden die Gewinner sein“. Dafür jedoch benötigt es ausreichend Fördermittel, um Kindern und Jugendlichen rechtzeitig eine umfassende Bildung zu gewähren. Es kann nicht im Interesse des Staates liegen, Menschen aufgrund fehlender Bildung in späteren Jahren finanziell unterstützen zu müssen, während gleichzeitig gute Facharbeiter fehlen. Mit dem für mehr Bildung geforderten Geld sollen ganztägige Schulen, Ausbildung und Qualifizierungsmaßnahmen bezahlt werden.

Die Forderungen der Lehrer

Obwohl die Arbeit für Lehrer in Mitteleuropa in den vergangenen Jahren deutlich schwerer geworden ist, gaben rund ein Drittel von ihnen bei einer kürzlich durchgeführten Umfrage an, dass ihnen die Arbeit mit den Schülern Freude bereitet. Die größeren Probleme beim Unterrichten sind hauptsächlich auf eine wachsende Leistungskluft zwischen den Kindern und auf fehlende Disziplin zurückzuführen. Das liegt teilweise daran, dass sich die Kinder schlechter als früher auf eine Aufgabe konzentrieren können und es ihnen oft an Motivation mangelt. Über neunzig Prozent aller Lehrer sind davon überzeugt, dass der soziale Hintergrund der Familie von großer Bedeutung für die Leistungen eines Schülers ist. Wenn Eltern ihre Kinder nicht ausreichend fördern und fordern, lässt sich das in der Schule nur sehr schwer ausgleichen. Fast Dreiviertel aller Lehrer halten eine Verkleinerung der Klassen deshalb für die drängendste notwendig Maßnahme, zur Verbesserung des Bildungsstandards der Schulabgänger. Ob und wann diese Forderungen jemals umgesetzt werden, ist ungewiss. Umso wichtiger ist, dass alle Eltern sich dessen bewusst sind, wie entscheidend ihr Einfluss für den schulischen und damit auch für den späteren beruflichen Erfolg ihres Kindes ist.

Thüringen testen erfolgreich Betreuungsgeld für Eltern

Das Bundesland Thüringen testet seit fünf Jahren ein Betreuungsgeld für Eltern, dass derzeit auf Bundesebene heftig umstritten ist. Demnach haben Eltern in Thüringen die Wahl. Pro Kind erhalten Eltern 150 Euro Erziehungsgeld. Dieses erhalten Eltern ab dem zweiten Lebensjahr, nach Auslaufen des Elterngeldes. Wer sein Kind bis zu fünf Stunden täglich in einer Krippe, einer Kita oder bei einer Tagesmutter versorgen lässt, erhält trotzdem noch 50 Prozent des Erziehungsgeldes. Trotz der Befürchtungen, dass dies als „Fernhalteprämie“ gesehen und genutzt werden könnte, stieg die Zahl der in Pflege gegebenen Kinder um rund 28 Prozent. Allerdings musste die Erfurter Grünenpolitikerin, Anja Siegesmund, auch zugeben, dass es Fälle gab, in denen Eltern ihre Kinder von der Kinderbetreuung abgemeldet haben, um das Geld zu erhalten. Genaue Daten gibt es darüber nicht. Für Familienministerin Kristina Schröder ist das Modell eine Alternative zu ihren bisherigen Plänen. Schröder: „Wir haben mehrere bestehende Länderregelungen im Blick, ausdrücklich auch das thüringische Erziehungsgeld.“ Auch die Sprecherin der Frauen der CDU, Rita Pawelski, hält dies für machbar. Pawelski: „Das Thüringer Modell wäre für mich eine gute Alternative. Es würde bedeuten, dass die Kinder fünf Stunden in eine staatlich geförderte Kita gehen können.“ Das beträfe allerdings nur die Kinder der Eltern, die bereits jetzt Kindergärten für gut befinden. Den Kindern bildungsferner Eltern, die eigentlich durch eine Betreuung in Kitas am stärksten profitieren würden, wäre damit nicht geholfen.

BRD: Zahl der Tagesmütter steigt langsamer

Rund 124.000 Betreuungsplätze für Kleinkinder, bei 42.000 Tagesmüttern und Vätern, gab es im Frühjahr dieses Jahres, wie das Statistische Bundesamt Wiesbaden veröffentlichte. Dies entspricht einem Zuwachs von 10,5 Prozent, im Vergleich mit dem Vorjahr. Aufgrund des stockenden Ausbaus an Kindergrippen und Kitas, gehen die Analysten des Statistischen Bundesamtes davon aus, dass die noch immer rund 100.000 fehlenden Betreuungsplätze nicht mehr rechtzeitig bis zum Beginn des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz ausgebaut werden können. Umso wichtiger ist für die Gemeinden die Anwerbung kompetenter Tagesmütter- und Väter. Vor allem in den alten Bundesländern werden aktuell mögliche Tageseltern umworben. Allerdings versuchen die Verwaltungen mit Hilfe der Tagesmütter vor allem Kosten zu sparen. Während Kindergarten- und Krippenplätze hoch subventioniert werden, fehlt für Tagesmütter ein leistungsgerechter Lohn. Zwischen 2,50 Euro und 7,50 Euro liegt der Stundenlohn der Kinderbetreuer pro Kind. Da von diesem Geld auch die Kosten wie die Miete für die Räumlichkeiten, oder Lebensmittel für die Kinder bestritten werden, bleibt davon nicht viel übrig. „Mancherorts kann man davon leben, – mancherorts nicht“, kritisiert Eveline Gerszonowicz, vom Bundesverband für Kindertagespflege. Das hat bereits zu einem leichten Rückgang bei den Neuanmeldungen für die Ausbildung zur Tagesmutter geführt. Zwar steigt die Zahl der Bewerber noch immer, jedoch langsamer als im Vorjahr. Auch die bürokratischen Hürden sind ein Problem. So sind zwar Jugendbehörden und verschiedene Ämter zusätzlich zu ihrer Arbeit jetzt auch für die Verwaltung von Tagesmüttern verantwortlich, die Zahl der Mitarbeiter der Ämter wurde jedoch nicht im gleichen Maße erhöht. Obwohl für 40 Tagespflegeplätze je ein Ansprechpartner bei den Ämtern bereit stehen müsste, ist, wie eine Probe ergab, jeder Mitarbeiter für fast dreimal so viel Betreuungsplätze zuständig und damit natürlich überfordert. Entsprechend lange verzögern sich oft die Genehmigungen, oder die beantragten Zuschüsse für die Tageseltern. Aufgrund der veränderten rechtlichen Bedingungen fallen inzwischen auch mehr zusätzliche Arbeitsstunden für die Buchhaltung an. Das schreckt zusätzlich ab. Für einen Netto-Lohn von 800 – 1000 Euro, der oftmals nach Abzug der Kosten nur übrig bleibt, ist dieser Aufwand vielen potentiellen Tagesmüttern einfach zu hoch.

Jugendamt schlampt: unterlassener Hilfeleistung

Weil eine Sozialarbeiterin des Jugendamtes einem Hinweis auf Kindesmisshandlung nicht nachging, muss die Gemeinde des Landkreis Güstrow Schadensersatz zahlen. Dazu wurde sie vom Landgericht Rostock verurteilt. Das zuständige Jugendamt missachtete zwei Hinweise einer Kinderärztin auf Misshandlungen eines Mädchens, dass von seiner Mutter geschlagen, verbrüht und mit verschiedenen Reinigungsmitteln lebensgefährlich vergiftet wurde. Dadurch erlitt das Mädchen schwere und dauerhafte Verletzungen der Speiseröhre. Für das inzwischen neunjährige Kind wurde ein Rechtsvertreter benannt, der nachweisen konnte, dass der Großteil der Misshandlungen dem Kind hätte erspart werden können, wenn die Behörden rechtzeitig eingegriffen hätten. Über die Schadenssumme will das Landgericht in einer zweiten Verhandlung entscheiden. Die erwartete Summe des Schadensersatzes liegt zwischen 30.000 und 80.000 Euro.