Archiv der Kategorie: Kita

Verbindliche Standards für Kinderbetreuung

Den meisten Eltern ist heute klar, wie wichtig eine gute Betreuung und Förderung des Kindes im Kleinkindalter ist. Dementsprechend entscheidend für die Zukunft kann die richtige Wahl der Außer-Haus-Kinderbetreuung sein. Doch die Suche nach einem passenden Kindergarten- oder Krippenplatz ist reine Glückssache. Da sich der Betreuungsort in der Nähe der Wohnung befinden muss, ist die Auswahl eher begrenzt und ob man eine gute Betreuung für sein Kind bekommt, oder eher einen Aufbewahrungsort, dass ist reiner Zufall. Denn wirklich verbindliche Standards für die Betreuung gibt es nicht. Zwar wird eine entsprechende Ausbildung verlangt und auch überprüft, doch was genau den Kindern in der Kita vermittelt wird, bleibt oft den Erziehern überlassen und wird stark vom Träger beeinflusst. Dazu kommt, dass aufgrund einer gewiss notwendigen Automatisierung der Abläufe, nicht auf die Befindlichkeiten einzelner Kinder Rücksicht genommen werden kann und die Erzieher demzufolge auch oft abweisend auf Bitten und Vorschläge der Eltern reagieren. Die wenigsten Eltern jedoch können es sich leisten, lange Anfahrtswege und hohe Zusatzkosten in Kauf zu nehmen, um eine angemessene Betreuung für ihr Kind zu gewährleisten. Was bleibt ist, sich ein dickes Fell anzuschaffen und standhaft für notwendige Änderungen im Interesse der Kinder einzutreten, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Es fehlen 500.000 Kitaplätze

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung bestätigt noch einmal, was den komunalen Mitarbeitern in Deutschland längst klar ist; Die vorhandenen Grippen-und Kitaplätze reichen nicht aus, um den Bedarf zu decken. Trotz des starken Ost-West-Gefälles – im Osten stehen fast doppelt so viele Grippen- und Kitaplätze zur Verfügung wie im Westen – steigt die Nachfrage in ganz Deutschland.

Der ab 2013 staatlich garantierte Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder wird, wie der Vizepräsident des deutschen Städtetages warnt, zu einer regelrechten Klagewelle gegen die Städte und Gemeinden führen. Erforderlich wären bis dahin, circa 500.000 zusätzliche Plätze, für die jedoch bisher das Geld und die qualifizierten Mitarbeiter fehlen. Zumindest Letzteres wird in drei Jahren aber keine akzeptable Entschuldigung sein. Die Zeit reicht aus, um durch Aus-und Weiterbildungsmaßnahmen ausreichend Fachkräfte zu generieren. Ein positiver Aspekt der unter Zeitnot geratenen Gemeinden ist, dass sie sich große Mühe bei der Suche und Entwicklung alternativer Möglichkeiten geben. So entstehen viele Projekte um die Arbeit der „Tagesmütter“ attraktiver zu gestalten und Interessierten mit Qualifizierungsmaßnahmen zu unterstützen und fördern.