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Bedarf an Tagesmüttern steigt

Deutschlandweit werden immer häufiger Kinder von Tagesmüttern- und Vätern betreut. Besonders für die Unter-3-Jährigen nehmen Eltern private Betreuer lieber in Anspruch als Krippenplätze, da in diesem Alter eine individuelle Betreuung vielen als sinnvoller und sicherer erscheint. Bis zum März dieses Jahres sind es bereits 112.000 Kinder, die auf diese Art von engagierten Tagesmüttern betreut werden. Fast 41.000 Tagesmütter und Tagesväter sind derzeit in Deutschland offiziell gemeldet. Das Gute an einer Betreuung durch eine Tagesmutter ist, das diese sich selten mehr als zwei oder drei Kinder gleichzeitig kümmern muss. Dadurch ist sie in der Lage, wesentlich häufiger und besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder einzugehen, als das in Krippen mit einer größeren Anzahl von zu betreuenden Kindern möglich ist. Auch in diesem Alter ist die richtige Unterstützung und Förderung maßgeblich für die weitere Entwicklung der Kinder, was aus der, ursprünglich als Ersatz für fehlende Krippenplätze gedachten Betreuung durch Tagesmütter, eine Verbesserung für die Kinderbetreuung macht.

Bedarf an Kinderbetreuung steigt

Erste vom statistischen Bundesamt in Wiesbaden durchgeführte Erhebungen über die Zahl der von Tagesmüttern betreuten Kinder zeigen, dass immer mehr Eltern auf die Hilfe durch Tagesmütter zurückgreifen. Im März 2010 nahmen die Eltern von circa 112.000 Kinder die staatliche Förderung für die Anstellung einer Kinderbetreuerin in Anspruch. Das sind bereits 14 Prozent mehr, als im Vorjahr. Die Zahl der Tagesmütter- und Väter wuchs um rund sechs Prozent auf circa 40.900. Damit betreut jeder Erzieher im Schnitt zwei bis drei Kinder gleichzeitig. Allerdings flossen in diese Statistik nur die Betreuungsverhältnisse ein, die finanziell durch den Staat unterstützt wurden. Private Vereinbarungen, die vermutlich noch einmal die selbe Größenordnung haben, sind hier nicht erfasst.

Kinderbetreuung: Plauen vorbildlich und an der Spitze

Plauen im Vogtland ist vorbildlicher Spitzenreiter bei der Unterstützung von berufstätigen Eltern. Obwohl die Krippenplatz-Garantie erst ab 2013 gültig wird, bekommen hier alle berufstätigen Eltern auf Wunsch einen Krippenplatz vermittelt. Wer selbst keinen Platz findet, der kann sich an den Rathaus-Fachgebietsleiter Lutz Schäfer wenden, der für die städtischen Kindergärten zuständig ist: „Wir haben bisher allen, die wieder Arbeiten mussten, einen Platz verschafft. Wir arbeiten daran, den Eltern bei der Anmeldung eine gewisse Sicherheit zu vermitteln.“ Und das gelingt gut. Einzige Bedingung; Eltern müssen ihren Sprössling circa ein halbes Jahr vor dem benötigten Platz anmelden. Zukünftig soll auch die Vermittlung von Tagesmüttern hinzu kommen, um auch Eltern die auf flexiblere Betreuungszeiten angewiesen sind, Hilfe bieten zu können.

Verbindliche Standards für Kinderbetreuung

Den meisten Eltern ist heute klar, wie wichtig eine gute Betreuung und Förderung des Kindes im Kleinkindalter ist. Dementsprechend entscheidend für die Zukunft kann die richtige Wahl der Außer-Haus-Kinderbetreuung sein. Doch die Suche nach einem passenden Kindergarten- oder Krippenplatz ist reine Glückssache. Da sich der Betreuungsort in der Nähe der Wohnung befinden muss, ist die Auswahl eher begrenzt und ob man eine gute Betreuung für sein Kind bekommt, oder eher einen Aufbewahrungsort, dass ist reiner Zufall. Denn wirklich verbindliche Standards für die Betreuung gibt es nicht. Zwar wird eine entsprechende Ausbildung verlangt und auch überprüft, doch was genau den Kindern in der Kita vermittelt wird, bleibt oft den Erziehern überlassen und wird stark vom Träger beeinflusst. Dazu kommt, dass aufgrund einer gewiss notwendigen Automatisierung der Abläufe, nicht auf die Befindlichkeiten einzelner Kinder Rücksicht genommen werden kann und die Erzieher demzufolge auch oft abweisend auf Bitten und Vorschläge der Eltern reagieren. Die wenigsten Eltern jedoch können es sich leisten, lange Anfahrtswege und hohe Zusatzkosten in Kauf zu nehmen, um eine angemessene Betreuung für ihr Kind zu gewährleisten. Was bleibt ist, sich ein dickes Fell anzuschaffen und standhaft für notwendige Änderungen im Interesse der Kinder einzutreten, auch wenn es manchmal schwer fällt.

Wanderausstellung über Kinderbetreuung

Das Problem der Kinderbetreuung für berufstätige Eltern ist seit einige Jahren, eines der wichtigsten Themen, wenn es um Arbeitslosigkeit und Gleichberechtigung geht. Noch sind in Deutschland vor allem alleinerziehende Mütter am stärksten von Armut bedroht. Seit feststeht, dass mit Wirkung ab 2013 jedes Kind das Recht auf einen Krippe-bzw. Kindergartenplatz hat, werden in allen Städten neue Modelle dies zu garantieren ausprobiert. Das Interesse der Eltern an den Maßnahmen ist sehr hoch. Eine Wanderausstellung „Chancen durch gute Kindertagespflege“, informiert jetzt in ganz Deutschland, über alles rund um das Thema Kinderbetreuung. Geplant und organisiert wurde diese Schau vom niedersächsischen Sozialministerium und soll nicht nur Eltern, sondern auch Fachkräfte und solche die es werden wollen, über die Möglichkeiten und Besonderheiten der Kinderbetreuung informieren. Hier kann sich Jeder informieren, was genau für Anforderungen an eine Tagesmutter-oder einen Tagesvater gestellt werden, wie die Ausbildung und rechtlichen Rahmenbedingungen aussehen. Auch Familien finden hier Ansprechpartner und Ideen, wie und wo sie eine qualifizierte Unterstützung ihrer Familie finden. Vom 10, bis 15. August kann die Ausstellung in Göttingen besucht werden.