BRD: Zahl der Tagesmütter steigt langsamer

Rund 124.000 Betreuungsplätze für Kleinkinder, bei 42.000 Tagesmüttern und Vätern, gab es im Frühjahr dieses Jahres, wie das Statistische Bundesamt Wiesbaden veröffentlichte. Dies entspricht einem Zuwachs von 10,5 Prozent, im Vergleich mit dem Vorjahr. Aufgrund des stockenden Ausbaus an Kindergrippen und Kitas, gehen die Analysten des Statistischen Bundesamtes davon aus, dass die noch immer rund 100.000 fehlenden Betreuungsplätze nicht mehr rechtzeitig bis zum Beginn des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz ausgebaut werden können. Umso wichtiger ist für die Gemeinden die Anwerbung kompetenter Tagesmütter- und Väter. Vor allem in den alten Bundesländern werden aktuell mögliche Tageseltern umworben. Allerdings versuchen die Verwaltungen mit Hilfe der Tagesmütter vor allem Kosten zu sparen. Während Kindergarten- und Krippenplätze hoch subventioniert werden, fehlt für Tagesmütter ein leistungsgerechter Lohn. Zwischen 2,50 Euro und 7,50 Euro liegt der Stundenlohn der Kinderbetreuer pro Kind. Da von diesem Geld auch die Kosten wie die Miete für die Räumlichkeiten, oder Lebensmittel für die Kinder bestritten werden, bleibt davon nicht viel übrig. „Mancherorts kann man davon leben, – mancherorts nicht“, kritisiert Eveline Gerszonowicz, vom Bundesverband für Kindertagespflege. Das hat bereits zu einem leichten Rückgang bei den Neuanmeldungen für die Ausbildung zur Tagesmutter geführt. Zwar steigt die Zahl der Bewerber noch immer, jedoch langsamer als im Vorjahr. Auch die bürokratischen Hürden sind ein Problem. So sind zwar Jugendbehörden und verschiedene Ämter zusätzlich zu ihrer Arbeit jetzt auch für die Verwaltung von Tagesmüttern verantwortlich, die Zahl der Mitarbeiter der Ämter wurde jedoch nicht im gleichen Maße erhöht. Obwohl für 40 Tagespflegeplätze je ein Ansprechpartner bei den Ämtern bereit stehen müsste, ist, wie eine Probe ergab, jeder Mitarbeiter für fast dreimal so viel Betreuungsplätze zuständig und damit natürlich überfordert. Entsprechend lange verzögern sich oft die Genehmigungen, oder die beantragten Zuschüsse für die Tageseltern. Aufgrund der veränderten rechtlichen Bedingungen fallen inzwischen auch mehr zusätzliche Arbeitsstunden für die Buchhaltung an. Das schreckt zusätzlich ab. Für einen Netto-Lohn von 800 – 1000 Euro, der oftmals nach Abzug der Kosten nur übrig bleibt, ist dieser Aufwand vielen potentiellen Tagesmüttern einfach zu hoch.

Ein Gedanke zu „BRD: Zahl der Tagesmütter steigt langsamer

  1. Kinder

    Scheint so als ob Kinderbetreuer nicht gerade gefördert werden bzw. nicht richtig gefördert werden. Als Kindertagesmutter verdient man sich keine goldene Nase, da geht es eher um den Spaß an der Arbeit. Gerade der Staat sollte da eine stärkere Rolle übernehmen, aber bei so wenig Mitarbeitern eine schwierige Sache.

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