Thüringen testen erfolgreich Betreuungsgeld für Eltern

Das Bundesland Thüringen testet seit fünf Jahren ein Betreuungsgeld für Eltern, dass derzeit auf Bundesebene heftig umstritten ist. Demnach haben Eltern in Thüringen die Wahl. Pro Kind erhalten Eltern 150 Euro Erziehungsgeld. Dieses erhalten Eltern ab dem zweiten Lebensjahr, nach Auslaufen des Elterngeldes. Wer sein Kind bis zu fünf Stunden täglich in einer Krippe, einer Kita oder bei einer Tagesmutter versorgen lässt, erhält trotzdem noch 50 Prozent des Erziehungsgeldes. Trotz der Befürchtungen, dass dies als “Fernhalteprämie” gesehen und genutzt werden könnte, stieg die Zahl der in Pflege gegebenen Kinder um rund 28 Prozent. Allerdings musste die Erfurter Grünenpolitikerin, Anja Siegesmund, auch zugeben, dass es Fälle gab, in denen Eltern ihre Kinder von der Kinderbetreuung abgemeldet haben, um das Geld zu erhalten. Genaue Daten gibt es darüber nicht. Für Familienministerin Kristina Schröder ist das Modell eine Alternative zu ihren bisherigen Plänen. Schröder: “Wir haben mehrere bestehende Länderregelungen im Blick, ausdrücklich auch das thüringische Erziehungsgeld.” Auch die Sprecherin der Frauen der CDU, Rita Pawelski, hält dies für machbar. Pawelski: “Das Thüringer Modell wäre für mich eine gute Alternative. Es würde bedeuten, dass die Kinder fünf Stunden in eine staatlich geförderte Kita gehen können.” Das beträfe allerdings nur die Kinder der Eltern, die bereits jetzt Kindergärten für gut befinden. Den Kindern bildungsferner Eltern, die eigentlich durch eine Betreuung in Kitas am stärksten profitieren würden, wäre damit nicht geholfen.

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Politik, Wissenswertes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>